»LIEBE MACHT / MACHT LIEBE«

Am 16. Mai 2026 gab es TANZmomente 
in der Wissenswerkstadt Bielefeld

Chor und Tanz erkunden Macht und Liebe

Über 40 Mitwirkende bringen in „LIEBE MACHT / MACHT LIEBE“ unterschiedliche künstlerische Zugänge zusammen – die Produktion in der Wissenswerkstadt arbeitet bewusst mit offenen Situationen, in denen Nähe entsteht, kippt und neu verhandelt wird.

Ein Ruf: „Liebling.“ In dieser Szene von „LIEBE MACHT / MACHT LIEBE“ stehen die Sänger:innen im Raum verteilt, während die Tänzer:innen den Raum durchqueren, sich den Rufenden annähern oder sich abwenden, um neue Konstellationen zu suchen. Macht und Liebe zeigen sich hier im Zusammenspiel von Klang und Bewegung. „Liebling!“ Weder die Rufe noch die Reaktionen darauf sind eindeutig. Zwischen Bedürftigkeit und Bestimmung, zwischen Befehl und Flehen, zwischen unmittelbarer Zuwendung, Zögern und Entzug entsteht ein Geflecht von Beziehungen, das sich fortwährend verschiebt.

Darin liegt eine zentrale Frage der Produktion: Wie entsteht Liebe und wann kippt sie? Die Chortanzperformance arbeitet an Übergängen – auch zwischen Tanz und Gesang. Als vom Kulturamt Bielefeld geförderte Kooperation von Tänzer:innen von SOLOMOMENTO, dem HeArt Chor und dem Verein „TANZmomente für Herford und Bielefeld e.V.“ sucht sie eine gemeinsame Sprache, ohne Unterschiede einzuebnen.

Chorleiterin Marion Meisenberg beschreibt diesen Prozess so: „Im Chor zählen vor allem Intonation und Timing, im Tanz vor allem Wirkung und Präsenz. Das gemeinsame Arbeiten ist für uns sehr reizvoll.“ SOLOMOMENTO-Choreograf Olaf Herzog ergänzt: „Wo wir sonst für die Wiederholung einer Passage einfach auf Play drücken, schenken uns die Sänger:innen hier jedes Mal neu ihre Musik. Das ist eine große Wertschätzung.“

Auch Damian Ostermann, Vorsitzender des 2025 gegründeten Vereins und selbst als Tänzer beteiligt, hebt die produktive Verschiedenheit hervor: „Als Lai:innen bringen wir ganz unterschiedliche Möglichkeiten mit. Weil wir darum wissen, entsteht Raum, in dem jede und jeder etwas beitragen kann.“

Diese Offenheit setzt sich auch in der Wahrnehmung fort. „Unsere Szenen sind klar gebaut – alle sehen und hören dasselbe“, sagt Choreografin Christine Grunert vom Ensemble SOLOMOMENTO. „Und doch verstehen Menschen sie jeweils anders.“ Genau daraus bezieht die Inszenierung ihre Spannung: aus Momenten, die sich nicht festschreiben und aus der offenen Frage nach dem Verhältnis von Liebe und Macht.
 
Ergänzt wurde die Produktion durch ein erweitertes Programmheft mit Beiträgen aus dem Wissenschaftskontext.


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 „Tanzmomente für Herford und Bielefeld e.V.“ ist ein junger Verein, der zeitgenössischen Tanz als Kunst- und Bewegungsform für Menschen aller Altersgruppen öffnet. Wir verbinden künstlerische Kreativität mit Freude an Bewegung, ohne Leistungsdruck und ohne Ausgrenzung. 


Unsere Ziele

Unser Anliegen ist es, Räume für Begegnung zu schaffen: zwischen Generationen, Kulturen und Lebensrealitäten. Tanz verstehen wir als Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, Körperbewusstsein zu stärken und gesellschaftliche Themen kreativ zu verhandeln.


Unsere Motivation

Bei uns steht das gemeinsame Lernen, Ausprobieren und Gestalten im Mittelpunkt. Wir setzen auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Solidarität und möchten durch unsere Arbeit Kunst, Bildung und Gesundheit auf lebendige Weise miteinander verweben. 

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Unsere Themen berühren Nähe, Distanz, Liebe, Macht, Vielfalt. Wir streben nicht bloße Ästhetik, sondern auch Resonanz im Publikum an.

Offenheit

Wir verbinden Tanz mit Musik, Bewegung mit Text, Performance mit Reflexion.